Auch Lieferanten können ausfallen

Eine Sonderumfrage der KOF zeigt, dass drei Viertel der Schweizer Unternehmen für 2020 mit einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 20 Prozent rechnen. Jede neunte Firma sieht sich in ihrer Existenz gefährdet. Das sind enorme Einbrüche. Es drohen auf breiter Front Zahlungs- und Lieferausfälle. In der Umfrage gaben 28 Prozent der befragten 3000 Unternehmen an, dass ihre Kunden zahlungsunfähig sind oder die Zahlungen aufschieben. Das Monitoring von Kunden und Lieferanten wird damit wichtiger denn je.

Rentabilität – Sicherheit – Liquidität: In diesem Spannungsfeld bewegen sich Unternehmerinnen und Unternehmensführer jeden Tag, und sie tun gut daran, jedem dieser Punkte die gleiche Beachtung zu schenken. Doch gerade das Liquiditätsmanagement kommt oft zu kurz. Dabei ist es alte Schule, das Nettoumlaufsvermögen, also die frei verfügbaren Mittel, stets über Null zu halten, diese aber auch nicht in zu grosse Höhen wachsen zu lassen, weil damit unnötig Kapital gebunden wird. Besonders viele liquide Mittel werden am Lager sowie bei Forderungen und Verbindlichkeiten gebunden. Man tut also gut daran, es mit dem Lagerbestand nicht zu übertreiben, möglichst kurze Zahlungsfristen beim Kunden durchzusetzen sowie die eigenen Zahlungsfristen möglichst weit zu strecken. Über die vereinbarten Grenzen sollte man dabei aber nie gehen. Denn das kann die eigene Bonität auf Spiel setzen, was wiederum zu geringeren Kreditlimiten bei Lieferanten oder Banken führen kann – und damit zu höheren Zinskosten. 

Corona-Krise und Lockdown haben die ganze Wirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt, und für manche Firma geht es um Überleben. Das macht das Monitoring von Kunden wichtiger denn je. Denn was hilft es, kurze Zahlungsfristen zu vereinbaren, wenn ein Kunde zahlungsunfähig wird? Doch es gilt auch, den Lieferanten grosse Beachtung zu schenken. Fällt ein Lieferant aus, sind Probleme mit Lieferketten und Lagerbeständen, der Durchsetzung von Garantieansprüchen und zusätzlichen Aufwendungen durch die Suche eines neuen Lieferanten die Folge. Das kann wiederum zu Engpässen in der Produktion und Lieferverzögerungen führen und damit eine ganze Kaskade von weiteren Problemen bei der Kundschaft auslösen. Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, mit der gleichen Konsequenz die Lieferanten laufend auf deren Bonität zu überwachen. Die Bonität ist der beste und zuverlässigste Indikator, um die Befindlichkeit eines Unternehmens einzuschätzen, sei es ein Lieferant oder ein Kunde. Creditreform unterstützt Sie dabei.

Raoul Egeli, Präsident Verband Creditreform

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