Corona-Krise: Jedes achte KMU in seiner Existenz bedroht

Die Corona-Krise lässt niemanden unberührt. Auch die KMU nicht. Noch nicht einmal ein Prozent der von der Berner Fachhochschule Wirtschaft befragten 427 KMU gab an, «gar nicht» betroffen zu sein. Fast neun von zehn der Firmen sind von «etwas» bist «sehr stark» (24,8 %) betroffen, und für 11,5 Proeznt ging es zum Zeitpunkt der Umfrage in den Monaten März und April ums Überleben. Mehr als jedes KMU denkt darüber hinaus über eine Änderung des Geschäftsmodells nach. Stark betroffen von der Krise sind soziale Unternehmen mit einer geringeren Gewinnorientierung.

Die Unternehmen wurden, einem Denkmodell folgend, das die Aktivitäten in einer Wertkette mit allen relevanten Bereichen der unternehmerischen Tätigkeit beschreibt, zu verschiedenen Aspekten dahingehend befragt, welche Wege beschritten werden, um die Auswirkungen von Corona abzufedern. Daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Faktoren, die ein Unternehmen krisenresistenter machen können. 

Dazu zählen:

  • Ein breit aufgestelltes Lieferantennetzwerk und ein gut gefülltes Rohstofflager
  • Intensive Kundenpflege auf verschiedenen Kanälen und die individuelle Bedienung unterschiedlicher Kundengruppen
  • Eine gut ausgebaute digitale Kommunikationsinfrastruktur und eine dazu passende Unternehmenskultur
  • Digitale Arbeitsmodelle, inbesondere Homeoffice, die rasch und unkompliziert zur Vergügung gestellt werden können.
  • Verschiedene Einnahmequellen, Unabhängigkeit von fremden Kapitalgebern und eine langfristige Regelung der Finanzierung
  • Die Bereitschaft, kreative Lösungen zu erarbeiten und kurzfristige Veränderungen zuzulassen. 

Als Problemfelder kristallisierten sich eine hohe Abhängigkeit von wenigen Projektpartnern und ausländischen Kunden, der Fokus auf ein einzelnes Marktsegment, starre interne Prozesse, hohe Fixkosten und zu geringe Reserven, eine geringe Selbständigkeit der Mitarbeitenden, ein gering diversifiziertes Produkteangebot und regulatorische Vorschriften, die den Betrieb verunmöglichen können.

Zahlreiche der befragten Unternehmen zeigten ein hohes gesellschaftliches Engagement zur Bewältigung der Krise, sowohl auch intern als auch extern. Für viele KMU war schon das Aufrechterhalten des Normalbetriebes unter den erschwerten Voraussetzungen ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag: durch den Erhalt der Arbeitsplätze oder den Verzicht auf Überbrückungskredite mit Staatsgarantie, die andern Unternehmen in Not vorbehalten bleiben sollen. 

Urs Fitze

Finanzielle Reserve, geringe Fixkosten, Flexibilität und die passende Infrastruktur: Das sind wirksame Vorsorgemassnahmen für jede Krise (Infographik: Berner Fachhochschule Wirtschaft)

Schweizer KMU’s und Start-Ups trifft die Corona-Krise hart. Fast jeder achte Betrieb sieht seine Existenz in Gefahr. 

Die von Sebsastian Gurtner und Nadine Hietschod vom Institut Innovation & Strategic Entrepreneurship verantwortete Studie «Auswirkungen der Corona-Krise auf Schweizer KMU basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage bei 427 Schweizer KMU und Start-Ups. Gefragt wurde neben einer Einschätzung der Lage auch zu verschiedenen Aspekten der Unternehmensführung, von der Logistik über die Fertigung bis zu Marketing und Kundenservice. Die Umfrage wird im Herbst wiederholt, um die weiteren Auswirkungen der Krise beleuchten zu können. Die Studie kann auf der Webseite der Berner Fachhochschule Wirtschaft unter folgender Adresse heruntergeladen werden:

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