Stark verdüsterter Konjunkturhimmel

Das KOF Konjunkturbarometer hat im Mai den niedrigsten Stand seiner bis in die 1970er-Jahre zurückreichenden Geschichte erreicht. Der Absturz fällt deutlich härter aus als während der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Noch im Februar war der Wert bei 101,7 gelegen, jetzt liegt er bei 53,2. Betroffen sind insbesondere die Metall- und Textilindustrie und der Maschinen- und Fahrzeugbau.

Leicht erholt zeigt sich der Raiffeisen KMU PMI. Er liegt aber immer noch deutlich unter der Wachstumsschwelle, was auf eine schwere Rezession schliessen lasse, wie es in der Mitteilung von Raiffeisen Economic Research heist. Der Fokus des KMU PMI liegt bei kleinen und mittleren Unternehmen, die regelmässig zu den Konjunkturaussichten befragt werden. Vor allem der Einbruch bei den Aufträgen bereite den KMU grosse Sorgen. Investitionen werden «auf unbestimmte Zeit» verschoben. Denn die Unsicherheit bleibe auch nach Lockerung der Schutzmassnahmen gross. Einige KMU seien noch «weit vom Normalbetrieb entfernt». Und es sieht nicht danach aus, dass sich das rasch ändern könnte.

Ein mittelgrosser Hersteller von Metallprodukten aus dem St. Galler Rheintal meldet einen Einbruch der Aufträge um 60 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel. So dürften vor allem die Sommermonate sehr lau ausfallen.

Keine guten Nachrichten gibt es auch aus dem Detailhandel. Die Umsätze sind im April um rund 20 Prozent eingebrochen, meldet das Bundesamt für Statistik. Nur bei Nahrungsmitteln gab es eine leichte Steigerung. Das Schweizer Bruttoinlandprodukt ist im ersten Quartal um 2,6 Prozent geschrumpft. Das lässt erahnen, mit welchem Einbruch für das zweite und wohl auch dritte Quartal zu rechnen ist.

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