CreForum: Forderungsmanagement vom Onlinehandel bis zur Finanzbranche

Über 100 Personen folgten der Einladung von Creditreform zum traditionellen CreForum, um sich in Zürich zum Thema „Forderungs- und Kreditmanagement“ ins Bild zu setzen. Neben einem aktuellen Einblick in die Zahlungsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft war der Ausblick auf die aktuelle politsche Debatte betreffend Datenschutz ein Schwerpunkt. Daneben erfuhren die Teilnehmenden Wissenswertes zum Onlinehandel und erhielten Expertentipps.

Der Eröffnungsvortrag von Raoul Egeli, Präsident des Schweizerischen Verbands Creditreform, beleuchtete in diesem Jahr die Entwicklungen im Bereich des Datenschutzes. Die Revision des Schweizer Datenschutzgesetzes werde stark von der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union und der Konvention 101 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten des Europarates beeinflusst. Egeli wies darauf hin, dass die EU - Gesetzgebung auch für Schweizer Unternehmen sehr schnell relevant werde. Zusätzliche Vorschriften würden zu einem Mehraufwand führen, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden. Dies bedeute finanzielle Belastungen für die Unternehmen. Der Schweizerische Verband Creditreform sei politisch aktiv, um den Politikern aufzuzeigen, dass ein falsch verstandener Datenschutz die Wirtschaft gravierend schädigen könne.

Intelligente Systemintegration

Nach dem Auftaktvortrag folgte Marisa Lienberger, Leiterin Finanzen und Controlling (CFO) der Sto AG Schweiz. Mit dem Kreditmanagement verfolgt das Unternehmen zwei Ziele: Es möchte für Zahlungseingang sorgen und Risiken beurteilen und minimieren. Dies erreicht die Sto AG, indem sie das Kreditmanagement systemisch und strukturiert über SAP und SAP-Add-ons managed. Das Add-on enthält auch eine Schnittstelle zu Creditreform und ermöglicht die direkte Abfrage von Bonitätsauskünften aus SAP.

Das System schlägt je nach externer Bonitätsbeurteilung und internen Kundendaten auf der Basis einer Scorecard die passende Kreditlimite und Risikoklasse vor. Wird die Limite überschritten, kann keine Bestellung mehr ausgeführt werden. Sie muss durch den Kredit Manager manuell freigegeben werden. So bleibt das Kreditmanagement zusammen mit dem Verkauf stets flexibel in der Lösungsfindung für den jeweiligen Kunden und seine aktuelle Situation. 

Risiken behält die Sto AG mit diesem Kreditmanagement stets unter Kontrolle. Die Kreditentscheidung wird aufgrund der zur Verfügung stehenden Information nach klaren Richtlinien ganz bewusst gefällt. Zudem bestehen Frühwarnindikatoren, was Überraschungen vermeidet. «Eine solche Arbeitsmethodik ist nicht nur effizient, sondern macht auch richtig Spass», versicherte Marisa Lienberger.

Stillstand bei Kreditprüfung verboten

«Auch in der Finanzbranche ist es wichtiger denn je, beweglich zu bleiben»: Marc Maurer, Leiter Investitionsgüterleasing bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), zeigte auf, wie sich die Rahmenbedingungen in der Finanzbranche laufend ändern. Verändertes Kundenverhalten, technologische Möglichkeiten, regulatorische Vorgaben und steigender Kosten- und Margendruck führten zu Anpassungen im Kreditprüfungsprozess im Investitionsgüterleasing. Insbesondere bei kleineren Geschäftsvolumen liege der Fokus immer mehr auf schnellen und effizienten Prozessen und damit auf tiefen Betriebskosten. „Stillstand verboten“ war deshalb Marc Maurers Message. Er zeigte auf, wie die ZKB in Zusammenarbeit mit Creditreform eine effiziente Schnittstelle im Kreditprüfungsprozess für kleinere Geschäfte implementierte.

Taktiktraining im E-Commerce

Nach der Kaffeepause mit ausgiebigem Networking fesselte Alessandro Barnetta, Geschäftsführer und Gründer der BSSO Sport GmbH, die Zuhörenden in adäquater Robe. Im Fussballtrikot berichtete er, wie er sich mit seinen Webshops etabliert hat. Die Plattformen www.natitrikot.ch und www.klubtrikot.ch erarbeiteten sich einen Wettbewerbsvorteil als Nischenanbieter durch extrem schnelle Lieferung, umfassende Trikot-Auswahl mit Originaldruck sowie gelebter Einfachheit in Struktur. Auch die andern beiden Webshops von Barnetta fussen auf demselben Prinzip der drei „S“: Service, Sortiment und Simplicity.

Die Webshop Anbindung an Creditreform erfolgt mit einem Plug-in, welches für alle gängigen Webshop-Anbieter wie beispielsweise Prestashop, Peppershop oder Shopware vorhanden ist. Beim Check-out Prozess wird der Kunde in Sekundenschnelle über die Creditreform Bonitätsdatenbank geprüft. Je nach Bonität wird daraufhin die passende Zahlungsweise angeboten – bei solider Bonität also auch der Kauf auf Rechnung.

Für Onlinehändler besonders interessant sei gemäss Barnetta auch die komplette Auslagerung der Rechnungsstellung und des Forderungsmanagements. Damit fallen sämtliche Aufwände für die Bereitstellung und Betrieb der Infrastruktur weg – die Rechnungsdaten werden ganz einfach an Creditreform gesendet und dort verarbeitet. Auch ein allfälliges Inkasso der Forderungen läuft vollautomatisch ab. Der Shopbetreiber kann sich voll auf die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren konzentrieren.

Komplettlösung CrefoPAY

Die Abschlusspräsentation hielt Thomas Seidensticker, Director Sales DACH bei der Firma UPG plc. Das Unternehmen ist seit 1998 im Markt für Payment-Lösungen vertreten. Mit rund 6‘000 Händlern erarbeitet UPG rund 4.4 Mrd. Euro Händlerumsatz jährlich. Die aktuellen Trends liegen gemäss Seidensticker vor allem in den Bereichen Multichannel, Reduktion von Check-out- und Lieferzeiten, NFC-Technologie sowie Steigerung der Kreditkartenakzeptanz im Handel.

Zusammen mit Creditreform bietet UPG die Payment-Lösung CrefoPAY an, die vollständig in eine Händler-Website integriert wird. Damit ist CrefoPAY eine Lösung, die für alle Zahlarten über eine einzige Schnittstelle funktioniert und aktiv zur Kostenreduktion beiträgt. Dies ist von besonderer Wichtigkeit, denn der Kunde verlangt heute den gleichen Service, egal in welchem Vertriebskanal er sich gerade befindet. Zwischen Warenkorb und Checkout verliert der Handel rund 6 % der Kunden, weil ihnen nicht die gewünschten Zahlungsmöglichkeiten offen stehen. Darum lohnt es sich, hier den Hebel anzusetzen.

Für den Onlinehandel bedeuten mehr Zahlarten aber auch eine Steigerung der Komplexität von Arbeitsprozessen und eine Erhöhung der Sicherheitsanforderungen. Es empfiehlt sich, zu prüfen, ob sich ein Outsourcing der Paymentlösung oder gar des gesamten Forderungsmanagements rechnet. Nebst Betrugsprävention schützt CrefoPAY auch vor den Kosten der nachgelagerten Prozesse wie Rechnungsversand, Mahnwesen oder Inkasso. Darüberhinaus erleichtert die Auslagerung die Konzentration auf eigene Kernkompetenzen. So lassen sich der Herausforderungen aktueller Payment-Trends als Chancen nutzen.

Erfahrungsaustausch und Diskussionsrunden

Zum Abschluss der Veranstaltung folgten moderierte Diskussionsrunden. Diese boten Platz für vertiefte Gespräche. Auch die diesjährigen Teilnehmenden empfanden es besonders spannend, nebst den Referaten auch Erkenntnisse von Berufskollegen zu erfahren. So wurde während dem Apéro riche fleissig diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Zum Abschluss rundete die traditionelle Verlosung des iPad mini die gelungene Veranstaltung auf dem Dolder ab. An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation an Herr Grégoire Otz von der Bank now AG und viel Freude mit dem neuen iPad mini!

Creditreform bedankt sich herzlichen bei den zahlreichen Teilnehmenden für die spannenden und lehrreichen Diskussionen. Einen besonderen Dank geht an die Referenten für die ausgezeichneten Präsentationen, die mit viel Engagement und Fachkompetenz vorgetragen wurden. Bereits jetzt blicken wir gespannt auf die nächsten CreFORUM-Veranstaltungen.

Michel Balint

Marketingverantwortlicher Creditreform Egeli Gesellschaften

 

Alle Bilder zum CreForum finden Sie hier

 
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